1.
Einführung
1.1. Ein offenes
Wort zum Thema CIM
CIM steht für COMPUTER INTEGRATED MANUFACTORING, was soviel wie
"Fertigung unter Computereinsatz" bedeutet. Der EDV-Markt
ist ein Massenmarkt geworden und jeder hat wohl schon irgendwie Berührung
mit diesem Metier gehabt. Das Angebot in dieser Branche ist unübersehbar.
Dabei konkurrieren "PC-Systeme" mit "hostbasierenden
L ösungen", einzeln oder in Kombination, wobei die Leistungsdaten
des Systems, der Preis und der Name eines Herstellers als Entscheidungskriterium
herangezogen werden. Die Argumentation der Anbieter unterliegt meist
kurzlebigen Marketingstrategien und nicht alles was mit Hilfe von Software
organisiert und verwaltet wird erfüllt die Kriterien von CIM. Zu
schnell und zu billig gekauft, hat schon manchem viel Geld gekostet.
Die Zeiten, in denen jede Neuerung auf dem Computergebiet als Fortschritt
gewertet werden darf, sind vorbei. Gerade in Zeiten verschärften
Wettbewerbs müssen die Konzepte langfristigen Strategien genügen,
will man am Ende nicht alles verlieren. Dabei genügt es nicht,
wenn ein paar High-Tech-Phrasen in die Runde geworfen werden, denn nur
allzu oft entpuppen sich diese als falsche Versprechungen.
1.2. Konzepte
auf dem Prüfstand
SEPA versteht sich als Systemintegrator unterschiedlicher Hard- und
Software. Wir bemühen uns seit vielen Jahren die elektronischen
Werkzeuge für die Industrie auf einen einheitlichen Stand zu bringen.
Diese Tätigkeit hat uns im Laufe der Jahre praktisch mit allem
zusammengebracht was auf diesem Gebiet angeboten wird. Wir unterhalten
Kontakte zu allen Maschinenbauern, den Zulieferern von Steuerungen und
Computern, halten Kontakt mit den Hochschulen und den Verbänden
und informieren uns über die Vorhaben der Farbenfabriken. Wir sprechen
aber auch mit Außenseitern der Branche. Da wir uns ausschließlich
unserer Klientel verpflichtet fühlen, machen wir auch kein Hehl
daraus, das auszusprechen, was wir als gut und zukunftsweisend ansehen.
Dabei gilt es - soweit vorhanden - Standards einzusetzen. Vor allem
aber, muß man auch neue Visionen erarbeiten, wenn die bekannten
Lösungen unzureichend sind. Nicht permanente Änderung, sondern
stetige Verbesserung ist der Weg des Fortschritts.
1.3. Die Zukunft
gehört den offenen Systemen
Wir sind überzeugt, daß nur offene Konzepte eine Zukunft
haben. Es geht also darum, zu erkennen, welche Konzepte wirklich offen
sind und sich durchsetzen werden.
1.3.1. These
1: Bedieneroberfläche
Die Bedieneroberflächen müssen vereinheitlicht werden. Die
einheitliche Bedienung wird in Zukunft genauso wichtig sein wie einheitliche
Verkehrszeichen im Straßenverkehr. Als Bedieneroberfläche
wird Windows bzw. deren standardisierte Variante "Motif" das
Rennen machen. Auch die Maschinensteuerungen müssen sich den obigen
Kriterien unterwerfen. Die Kosten für die Einweisung und die Pflege
der Programme können dadurch deutlich gesenkt werden.
1.3.2. These
2: Netzwerke
Es bedarf zunehmend der Vernetzung aller Betriebsteile, wobei die Daten
auch überregional zu Verfügung stehen müssen. Die zunehmende
Konzentration in der Textilindustrie deutet dies bereits an. Die Vernetzung
der Computer und Steuerungen kann nur mittels Standardnetzwerkkomponenten
erfolgen. Auf der Maschinenebene werden sich Bitbus und Profibus durchsetzen.
Für die höheren Schichten haben Ethernet und FDDI-Netzwerke
die besten Aussichten. Für die überregionale Vernetzung kommen
die ISDN-Dienste, Datex-P und X.400 in Frage.
1.3.3. These
3: Schnittstellen
Die Entwicklung schnellerer Hardware wird bei der bestehenden Vielfalt
an Konzepten, keine Vereinheitlichung bei den Betriebssystemen ermöglichen.
Wichtig ist daher, daß intelligente Zwischenschichten, wie z.B.
POSIX implementiert werden, welche eine Portierung der Applikationen
erlauben. Die ersten Schritte in diese Richtung sind von Seiten der
führenden EDV-Hersteller IBM, DEC und HP getan worden und werden
wohl nachgeahmt werden. Wer nicht mitzieht, bleibt außen vor!
1.3.4. These
4: verteile Intelligenz
Computer entwickeln sich in Richtung Client-Server-Konzepte, d.h. eine
Verteilung von Rechnerleistung auf die Anwendung (Client), wobei zentrale
Server die Verwaltung der Daten übernehmen. Personal Computer müssen
in diese Netze integriert werden können. Offene Netze sind daher
wichtiger als festgeschriebene Betriebssysteme, welche leicht in Gefahr
geraten, technisch überholt zu werden.
1.3.5. These
5: Datenbanken
Die Datenbanken müssen zwecks Datenaustauschs mit SQL-Interfaces
ausgestattet werden. Dadurch können die Datenbanken der großen
Anbieter nebeneinander koexistieren.
1.3.6. These
6: Datenträger
Alle Datenträger, also nicht nur die Daten auf Disketten, Magnetbänder,
ect. müssen maschinenlesbar werden. Dies ist ein zwingender Schritt
zur Kosteneinsparung in der Verwaltung, die sich im Bankenbereich bereits
abzeichnet, und auch für die Textilindustrie unabdingbar ist.
2. Aufbau des Systems
2.1. Das Vorhandene
Eine Verschaltung von Maschineneinheiten zu einem Netzwerk setzt zunächst
voraus, daß alle Geräte in irgendeiner Form angeschlossen
werden können. Dies ist heute mit den meisten modernen Datenendgeräten
möglich. Neuere Regler haben in der Regel eine Datenschnittstelle,
ältere Systeme hingegen meist nicht. Die Hersteller vieler mikroprozessorgesteuerter
Geräte haben sich bisher zu wenig Gedanken über CIM gemacht,
entsprechend vielfältig sind die Schnittstellen. Darunter darf
nicht allein deren physikalischer Charakter verstanden werden, sondern
vor allem die logische Verbindung in Form des Datenprotokolls und der
zeitliche Ablauf der Kommunikation. Davon abhängig muß die
Topologie des späteren Netzwerks ausgerichtet werden, vorallem
in Hinblick auf Ausbaubarkeit und Kombinierbarkeit. Im folgenden wollen
wir uns einen Überblick verschaffen.
2.1.1. Prozeßsteuerungen
Waren vor 10 Jahren Prozeßsteuerungen nur großen und teuren
kontinuierlich arbeitenden Produktionsstraßen vorbehalten, so
wurden diese mit dem Aufkommen der Mikroprozessortechnologie auch die
Mikroprozessorsysteme die bis dahin üblichen Schrittschaltwerke
ab.
2.1.1.1. Einzelsteuerungen
Viele der auf dem Markt verfügbaren Steuerungen sind als typische
Einzelsteuerungen konzipiert, d.h. Steuerungen, die für einen speziellen
Anwendungsfall konzipiert und für die keine Erweiterungen vorgesehen
sind. Als typisches Beispiel hierfür können die sogenannten
Dosiersteuerungen angesehen werden, denen es oft sogar an einer Temperatursteuerung
mangelt. Eine Applikation, welche auch eine Regelung der Temperatur
notwendig macht, muß daher mit einer separaten Steuerung realisiert
werden. Unter dieser Rubrik muß man auch die ganze Reihe der Billigregler
einreihen, welche applikationsunspezifisch zur Steuerung und Regelung
von Druck, Temperatur oder pH-Wert angeboten werden und keinen gemeinsamen
Datenbus haben. Während die älteren Geräte meist noch
mit V24 Schnittstellen ausgestattet sind, weisen neuere Geräte
durchweg die neueren RS-422 oder RS-485 Schnittstellen auf, welche in
der Regel als Partylineschnittstelle ausgelegt sind. Der Mischbetrieb
von Geräten unterschiedlichen Typs oder gar verschiedener Hersteller
ist in der Regel nicht möglich. Eine Ausnahme bilden nur Geräte
mit DIN-Meßbus oder Profibus, welche auf Standards aufbauen. SEPA
hat einen Konzentrator entwickelt, der auch die Vernetzung inhomogener
Steuerungen erlaubt. Darüber hinaus wurde Software entwickelt,
welche auf bestehende Hardware Portier werden kann und somit Kompatibilität
herstellt.
2.1.1.2. Gruppensteuerungen
Gruppensteuerungen haben meist ihren Ursprung in der wirtschaftlichen
Nutzung eines aufwendigen und deshalb teureren Prozessors. Die damit
realisierten Steuerungen können statt einer Maschine eine ganze
Reihe von Maschinen bedienen und arbeiten daher wirtschaftlicher. Allerdings
muß beachtet werden, daß solche Geräte oder deren Baugruppen
schnell austauschbar sind, will man keinen Ausfall der Produktion riskieren.
Die typischen Vertreter der Gruppensteuerung sind die großen und
damit leistungsfähigen speicherprogrammierbaren Steuerungen. Es
gibt aber auch Einzelsteuerungen, welche zusammengefaßt werden
können. Gruppensteuerungen sind in der Regel über ein Bussystem
verbunden. Diese Bussysteme sind meist herstellerspezifisch und daher
nicht kompatibel und müssen dann über einen Konzentrator,
wie z.B. den MAXIMUX oder die SPE-68 angeschlossen werden.
2.1.1.3. Prozeßvisualisierungssysteme
Prozeßvisualisierungssysteme erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
Hauptsächlich werden solche Anlagen in Verbindung mit reinen SPS-Geräten
verwendet. Da die SPS in der Regel keine eigene Bedieneroberfläche
aufweist, kann sie nur mittels eines Personalcomputers oder eines übergeordneten
Rechners bedient werden. Damit ein schneller Prozeßverlauf noch
sinnvoll am Bildschirm darstellbar ist, werden schnelle Datenverbindungen
(meist Synchronschnittstellen) eingesetzt. Aufgrund der hohen Datenmengen
kommen nur leistungsfähige Rechnersysteme in Frage. Oft steht der
Nutzen solcher Systeme daher nicht in Relation zum Preis. In neuerer
Zeit sind jedoch Visualisierungssysteme verfügbar, welche mittels
eines preiswerten Servers mit der SPS in Verbindung stehen. Dieses Systeme
umgehen den Programmgeber und sind daher auch zur Überwachung der
Hardwarefunktionen geeignet. Solche Systeme können auch dann Informationen
liefern, wenn eine Steuerung auf Handbetrieb geschaltet ist. Die Maschinenüberwachung
ist also in jeder Phase gewährleistet.
2.1.1.4. IPC-Steuerungen
Die Industrie-PC-Systeme haben sich in letzter Zeit aufgrund ihres niedrigen
Preises gut eingeführt. Allerdings lassen sich solche Lösungen
nur mit Hilfe geeigneter industrietauglicher Hardware realisieren. Am
Markt werden immer mehr Steuerungskarten angeboten. Mittels geeigneter
Software muß das Ganze zu einem System zusammengestrickt werden.
Renommierte Anlagenbauer haben sich bisher von solchen "Basteleien"
distanziert, werden aber aufgrund des konkurrenzlosen Preises zunehmend
in diese Richtung gedrängt. Es stellt sich daher die Frage, ob
es nicht sinnvoller ist, in diesen Bereich zu investieren, um die bisherigen
Qualitätsprobleme auszuräumen. Natürlich geht dies wieder
zu Lasten des Preises, aber der Verfall der Hardwarekosten ist noch
längst nicht am Ende. Es ist absehbar, daß trotz steigender
Qualität die Preise solcher Massenprodukte soweit fallen, daß
die Fertigung individueller Baugruppen bald keinen Sinn mehr macht.
2.1.2. Peripheriegeräte
Neben der eigentlichen Prozeßsteuerung nehmen Peripheriegeräte
einen wichtigen Platz in der Fertigung ein. Ihre Bedeutung wird oftmals
unterschätzt. Es gehören dazu z.B. Waagensysteme zur Bestimmung
des Warengewichtes, die Farbstoff-, Hilfsmittel- und Chemikalienmengen,
Warentransport- und Lagerhaltungssysteme und BDE-Geräte.
2.1.2.1. Digitalwaagen
Der Anbieterkreis für digitale Waagen mit Schnittstellen ist nicht
ganz so groß wie bei den Prozeßsteuerungen, trotzdem gibt
es auch hier konzeptionelle Unterschiede, was Funktionsablauf und Datenprotokoll
betrifft. Häufig werden Stromschleifen (CL) verwendet, in letzter
Zeit immer häufiger die RS-485 Schnittstelle. Das Datenprotokoll
ist meist halbduplex mit Softwarehandshake. Die Bedienung der Waagen
geschieht mit Hilfe eines BDE-Terminals, z.B. einem UCT oder MCP.
2.1.2.2. Meßwertverarbeitung
am PC
Die individuelle Erfassung von Meßwerten an Maschinen, welche
nicht mit Steuerungen ausgestattet sind, ist mit Hilfe eines Meßwerterfassungssystems
möglich. Es gibt am Markt eine Reihe preiswerter Systeme auf PC-Basis,
welche Temperatur, Gewicht- oder Druck erfassen an nahezu beliebig vielen
Meßorten erfassen können. Die Meßgenauigkeit der angeboten
Hardware ist jedoch nicht immer ausreichend. Wird der Aufwand, welcher
für eine hohe Auflösung und eine optimale Temperaturkompensation
notwendig wäre unterlassen, so sind diese Einrichtungen wertlos.
Höherwertige, industrietauglich Komponenten, basieren auf VME-Baugruppen,
deren Preise aber deutlich höher sind als PC-Baugruppen. SEPA portiert
seine Applikationen vorzugsweise auf Industrie-VME-Busbaugruppen.
2.1.2.3. Wasseranalysesysteme
Wer sein Brauchwasser selbst aufbereitet bzw. das Abwasser entsprechend
der gesetzlichen Bestimmungen kontrolliert, weiß, welch großer
Aufwand die dauernde Kontrolle der Härtegrade, pH-, rH- oder CSB-Werte
ist. Mit modernen Analysegeräten mit Datenschnittstelle kann eine
automatische Dauerüberwachung, oder eine kontinuierliche Regelung
der Überwachungsgrößen betrieben werden, wenn geeignete
Stellglieder zur Verfügung stehen. Häufig findet man hier
den IEEE-Bus, welcher für Geräte die aus der Analysetechnik
kommen, üblich ist. Am IEEE-Bus können maximal 32 Geräte
miteinander verbunden werden. Die Ankopplung erfolgt entweder über
einen PC oder besser über ein Interface, welches am SCSI-Bus angeschlossen
wird.
2.1.2.4. Farbmeßgeräte
In der Qualitätskontrolle oder zur Bestimmung von Farbrezepturen
und Aufarbeiten von Farbresten werden heute Farbmeßgeräte
eingesetzt. Alle Hersteller dieser Geräte haben eine Datenschnittstelle
vorgesehen ohne die eine IT-gerechte Auswertung natürlich nicht
möglich wäre. Als Datenschnittstelle wird meist die V24/RS-232
verwendet. Leider sind aber die Datenprotokolle nicht einheitlich, was
daran liegt, daß solche Systeme nur als Blackbox angeboten werden
und brauchbare Schnittstellen nur innerhalb der Systemlösung vorhanden
sind. Nicht zuletzt wird auch aus rein strategischen Gründen die
Öffnung dieser Systeme vermieden. Der gemischte Einsatz von Farbmeßköpfen
verschiedener Hersteller ist daher an den PC-Systemen nicht möglich.
Die Integration von PC-Systemen verschiedener Hersteller in ein größeres
Netzwerk scheitert auch an den unterschiedlichen Dateistrukturen, so
daß nur der Ausweg bleibt, die Farbmeßköpfe selbst
zu unterstützen. SEPA hat diesen Weg gewählt, weil es bislang
unmöglich erscheint, die Strategien der Farbmetrikanbieter mit
den Vorstellungen eines offenen Konzeptes in Einklang zu bringen. Eigentlich
schade, denn die transparente Einbindung solcher Systeme in das PPS-System
würde auch der Farbmetrik mehr Möglichkeiten eröffnen,
vorallem unter dem Aspekt der Qualitätskontrolle.
2.1.2.5. Dosieranlagen
Solche Systeme ermöglichen eine vollautomatische Aufbereitung der
Chemikalien- bzw. Farbstoffansätze. Neuerdings werden diese Steuerungen
angeboten. Die Geräte werden in der Regel von einem Personalcomputer
angesteuert, welcher seinerseits die üblichen PC-Schnittstellen
hat. Die Ankopplung an die zentrale Prozeßsteuerung ist also durchaus
machbar, leider werden bisher aber keine brauchbaren Softwareschnittstellen
zur Verfügung gestellt. Gerade aber die Schiene zwischen Labor-
und Praxis muß verbessert werden, wenn man die Reproduzierbarkeit
verbessern möchte. TVIPS und PISCI bieten als einzige offene Lösung
am Markt eine Verbindung mit allen angebotenen Dosiersystemen. So ist
aus dem Traum Realität geworden und das Labor kann - ohne wenn
und aber - die Rezepturen der Praxis verwenden und umgekehrt.
2.1.2.6. Multiplexer
Als Multiplexer werden in der Regel elektronische Schalter bezeichnet,
welche eine größere Anzahl von Peripheriegeräten gleichen
Typs mit dem Computer verbinden. SEPA setzt dafür den MAXIMUX ein.
Der MAXIMUX führt jedoch auch eine Protokollwandlung durch, wenn
dies notwendig ist. Weiterreichende Möglichkeiten werden von der
programmierbaren Steuerungseinheit PSE 68 erbracht. Die möglichen
Anwendungen sind vielfältig, z.B. als Multiplexer für mehrere
Maschinen mit grafischer Überwachung, als Waagenterminal für
mehrere Waagensysteme, als Datenkonzentrator für Betriebsdatenerfassungsgeräte,
als Lagersteuerung und als Arbeitsplatzdialogsystem mit eigener Intelligenz.
Die PSE 68 dirigiert auch ein gemischtes Orchester von NC- bzw. PLC-Steuerungen
in Echtzeit. Durch das TCP/IP-Netzwerkprotokoll ist ein einheitliches
und damit zukunftsicheres Kommunikationsystem gewährleistet. Die
Programme werden mittels einfach zu begreifender Funktionen unter einer
X-Windowsoberfläche bedient. Aufgrund des Multiuser-/Multitaskingbetriebsystems
lassen sich jedoch weit komplexere Aufgaben erledigen als mit gewöhnlichen
Industrie-PCs möglich sind. Alle Komponenten sind aus deutscher
Fertigung und garantieren hohe Betriebssicherheit. So wurde ganz auf
mechanisch bewegte Speicherelemente verzichtet, die Betriebsystemsoftware
ist 100% verpromt und alle Daten werden gepuffert gespeichert. Der Ethernetanschluß
gewährleistet schnellen und sicheren Datentransport von und zu
jeder Stelle des Netzwerks.
2.1.3. Rechnerkopplung
Heute gibt es in fast jedem Betrieb einen Hostrechner, welcher oft nur
für die kommerziellen Anwendungen, wie z.B. Buchhaltung, genutzt
wird. Ein kommerzieller Rechner wird sich kapazitätsbedingt und
wegen fehlender Echtzeitfähigkeit nicht als Leitstand einsetzen
lassen. Ein solcher Rechner kann andererseits nicht als Hostrechner
bezeichnet werden, wenn er keinen Datenverbund mit der Technik einzugehen
vermag. Die Technik muß ihre Daten der Kostenrechnung zur Verfügung
stellen, schließlich wurde die EDV dazu angeschafft um die Kosten
unter Kontrolle zu bringen. Werden beide Systeme aufgrund inkompatibler
Datenstrukturen Off-Line betrieben, d.h. als Insellösung, so ist
dies nicht im Sinne von CIM. Nur ein offenes System erlaubt die Integration
aller Betriebsbereiche.
2.1.3.1. Terminals
Moderne Terminals bieten außer Farbe und Grafik noch eine Vielzahl
Sonderfunktionen. Als wichtigste Eigenschaft ist wohl das Windowing
zu nennen, mit welchem man die Darstellung mehrere Bildschirminhalte
bzw. Teilinhalte auf einem einzigen Terminal beschreibt. Solche Funktionen
sind vom PC her bekannt, lassen sich mittlerweile aber auch auf den
Thin-Clients realisieren. Es lassen sich von einem Arbeitsplatz aus
sogar verschiedene Rechner bedienen. Die Bedienung wird in der Regel
durch Hilfemenüs unterstützt.
2.1.3.2. Tastaturen
Wie bereits erwähnt, können alle ANSI-Terminals angeschlossen
werden. Zur Benutzerführung werden nur wenige Funktionstasten,
in der Regel nur die Tastenfolge F1 bis F4, benötigt. Meist wird
auch die Do-Taste und die Help-Taste unterstützt, deren Vorhandensein
jedoch nicht Voraussetzung für die Funktion der Programme darstellt.
Die Programme sollten alle Funktionstasten in exakt der gleichen Weise
benutzen. TVIPS bzw. PISCI halten sich daran. Die Ikon-Felder führen
die Funktionen aus, welche sich unter den Feldern befinden.
2.1.3.3 BDE-Terminals
Es sind prinzipiell alle ANSI-Terminals geeignet, wenn diese ein geeignetes
Interface zum Rechner aufweisen. Auch BDE-Gruppen mit Partylineschnittstellen
können an den MAXIMUX angeschlossen werden. In der Regel muß
jedoch die Software für die Geräte angepaßt werden,
da die Bildschirmsteuerung nur bei den wenigsten BDE-Geräten den
ANSI-Standards genügt. In den USA sind schon vielfach UHF-Funkterminals
im Einsatz. Da diese bei uns einer Genehmigung der Bundespost bedürfen,
ist es zweckmäßig, das Genehmigungsverfahren vorher im Detail
abzuklären.
2.1.3.4 Drucker
Anschließbar sind alle Nadel-, Laser- und Thermodrucker, die den
Standard-ANSI-Zeichensatz aufweisen. Zur Druckbildsteuerung sind die
Steuersequenzen für Fett-, Breit- und Schmalschrift sinnvoll. Für
Grafik wird Einzelnadelsteuerung benötigt. Die meisten Programme
nutzen nur die normale Papierbreite von 80 Zeichen bei 8 Punkte/Zeichen
Auflösung, lediglich die Auswerteprogramme benötigen 132 Zeichendrucker.
Die ANSI-Drucker können mittels Konfigurationstabellen an die Programme
angepaßt werden.
2.2. Die Vernetzung
Die einfachste Lösung zur Vernetzung ist ein sternförmiger
Anschluß aller Geräte an einen Host. Dieses kann natürlich
nur mit einem leistungsfähigen Rechner funktionieren. Herauskommen
würde ein starres Gebilde, welches auf Dauer nicht weiter ausgebaut
werden kann, wenn nicht von vornherein erhebliche Leistungsreserven
eingeplant werden. Solche Systeme sind in der Regel preiswert in kleiner
Konfiguration und werden mit zunehmender Anzahl Schnittstellen überproportional
teuer und langsam. Denkbar wäre auch eine Lösung mit verteilter
Intelligenz, z.B. auf PC-Basis und einem geeigneten Netzwerk. Solche
Lösungen funktionieren recht gut, wenn nur wenige Stationen zusammengeschaltet
sind. Ab einer gewissen Anzahl von Stationen ist jedoch keine Datensicherheit
mehr gegeben. Bricht das Netz einmal zusammen, so ist meist eine totale
Dateireorganisation fällig, da die Daten inkonsistent geworden
sind. Die optimale Lösung bieten daher nur schnelle und leider
auch teure Hochgeschwindigkeitsnetzwerke, welche von schnellen Servern
bedient werden. Es gibt nur eine zentrale Datenbank, welche aber mehrere
Rechnereinheiten aufweisen können. Dabei gibt es die Möglichkeit
ein fehlertolerantes System aufzubauen, welches auch dann noch arbeitet,
wenn Teile davon ausgefallen sind. Solche Anlagen waren zunächst
nur bei den Automobilkonzernen im Einsatz. Die hohen Entwicklungskosten
haben inzwischen Früchte getragen, so daß heute die mittelständische
Industrie eine CIM-Installation nicht mehr als Wagnis betrachten muß.
Voraussetzung um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, ist allerdings,
daß erprobte Hardware einsetzt wird.
3. Die Organisation
3.1. Ziele
CIM soll die Zusammenführung und den Abgleich aller im Betrieb
anfallender Daten ermöglichen. CIM ist somit Grundlage der Betriebsabrechnung,
Stütze der Refa-Abteilung und vor allem das Werkzeug des Managements
was die Überwachung von Terminen, Kosten und der Produktion angeht.
Gleichzeitig fällt, sozusagen als Nebenprodukt, auch noch ein Kommunikationssystem
an, welches als schnelles Nachrichtenmedium für alle Betriebsteile
genutzt werden kann. Diese kurze Zusammenfassung ist jeder Veröffentlichung
über CIM zu entnehmen, und man kann mit dieser Pauschalität
natürlich wenig anfangen. Die Ziele müssen deshalb enger und
vor allem präziser gesteckt werden und dies geht nur mit Hilfe
der einzelnen Fachabteilungen. Wer glaubt, CIM läßt sich
Top-Down verordnen, irrt gewaltig! Im folgenden werden diverse Ratschläge
gegeben.
3.1.1. Istzustand
feststellen
Jeder Betriebsberater beginnt seine Arbeit mit einer Anfertigung einer
Ist/Sollanalyse. Man soll sich jedoch nach Aufstellung der verfügbaren
Daten, welche von jeder Fachabteilung selbst zu geschehen hat, evt.
mit externer Beratung, noch nicht sofort mit der Sollösung beschäftigen.
Vielmehr soll zunächst eine Liste von nicht verfügbaren aber
dennoch interessanten und nützlichen Daten zusammengestellt werden.
Daraus ergibt sich ein erweiterter Istzustand, der Lücken im System
aufdecken hilft.
3.1.2. Das Notwendige
ermitteln
Alle im Betrieb vorhandenen Daten, seien diese in Form von Papier, als
wiederkehrende mündliche Anweisungen oder bereits auf Datenträger
im Umlauf, werden zunächst auf ihrer absolute Notwendigkeit geprüft
und mit eindeutigen Bezeichnungen versehen. Dabei wird sich herausstellen,
daß manche Daten von verschiedenen Abteilungen redundant oder
gar widersinnig geführt werden. Mehrfachdaten müssen unbedingt
vermieden werden, weil nicht sicher ist, daß sich die Daten decken.
3.1.3. Bilden
von Bearbeitungsgruppen
Jeder betriebliche Bereich, also jede Fertigungs- und jede Kostenstelle,
auch wenn diese mit keiner konkreten Maschineneinrichtung gekoppelt
ist, ist als Bearbeitungsgruppe zu definieren. Ausgehend von diesen
Gruppen werden alle benötigten Daten und Belege sowie die notwendigen
Ein/Ausgabeeinrichtungen zugeordnet. Dort wo sich keine maschinellen
Einrichtungen finden lassen, müssen Datenterminals vorgesehen werden.
Der Weg über das Formular, welches erst später in die EDV
übernommen wird, ist natürlich ausgeschlossen, weil dadurch
die Echtdaten verfälscht werden und unlösbare Probleme in
der Datenkonsistenz entstehen würden. Letzteres ist ja der Unterschied
zwischen der früheren batchverarbeitenden EDV und CIM.
3.1.4. Den Sollzustand
fixieren
Dieser Punkt ist wohl der heikelste in der Gesamtprojektierung. Selbst
wenn von Anfang an strikt darauf geachtet wird, daß alle Beteiligten
mit der Zielvorstellung vertraut sind, werden sich im Laufe des Projektfortschrittes
graduelle Änderungen in der Wichtigkeit oder auch Änderungen
in der Interpretation von Definitionen ergeben. Solches kann auf mangelnde
Vorarbeiten zurückzuführen sein, aber wie sich gezeigt hat,
auch unvermeidbar sein, denn kein Betrieb kann in seiner Struktur festgeschrieben
werden, z.B. wegen einer Änderung in der Produktpalette oder der
Einführung neuer Technologien in der Fertigung. Wie man erkennt,
bestehen funktionelle Unterschiede zwischen dem kommerziellen Management-
und der Betriebsebene was erfordert, daß das CIM-Konzept vor allem
auch im kommerziellen Bereich flexibel sein muß, ohne seine Funktionalität
im technischen Bereich zu gefährten.
3.2. Zur Realisierung
Im Anhang ist der
Plan eines Produktionsbetriebs gezeigt. Darin abgebildet sind die einzelnen
Betriebsteile und Bearbeitungsgruppen. Es wird davon ausgegangen, daß
alle Abteilungen miteinander vernetzt werden sollen. Anhand dieses Schemas
soll die EDV-Organisation besprochen werden.
3.2.1. Erfassung
eines Auftrages
Die Erfassung von Aufträgen als Einzel- oder Sammelauftrag erfolgt
mittels eines Videoterminals. Die gleichzeitige Disposition von vorhandenem
Material und Materialanforderung ist heute üblich.
3.2.2. Ausdruck
des Fertigungsauftrages
Der Fertigungsauftrag wird bei Bedarf auf einem entfernt stehenden oder
lokalen Schnelldrucker im Dialog ausgegeben, womit vermieden wird, daß
weniger dringliche Partien oder nicht komplettierte Aufträge die
Leitstände überschwemmen.
3.2.3. Lagerverwaltung
Hier kommen fest oder beweglich installierte Datenterminals in Frage,
welche mit Barcodelesern oder anderen maschinell lesbaren Einrichtungen
ausgestattet sein sollten. Von der Verwendung von Off-Line betriebenen
Notebook-PC ist abzuraten, denn damit macht man aus einem CIM-System,
welches echtzeitfähig sein sollte, wieder ein Batchsystem. Für
diesen Einsatzzweck besser geeignet, sind kabellose Handterminals mit
einem stationären Netzteil, über welches sie mit dem Host
kommunizieren können. Die erfaßten Daten werden sofort nach
dem Einstecken in das Ladegerät zum Host überspielt.
3.2.4. Rohwarengewichtserfassung
Zur exakten Gewichtserfassung des grobdisponierten Materials sind zur
dialogorientierten Verwiegung sowohl eine Waage als auch ein Waagenterminal
notwendig. Manche Waagenhersteller bieten beide Geräte auch als
Kombination an. Die Eingabe und Anzeige der Referenzdaten wie z.B. Partie-
oder Kundennummer werden dann im Waagendisplay angezeigt.
3.2.5. Warenvorbereitung
Zur Warenvorbereitung wird, je nach Aufmachung des Materials, mehr oder
weniger Vorlaufzeit benötigt. Material muß z.B. vor dem Färben
erst aufgestockt oder abgetafelt werden, während nicht färbegerechtes
Material sogar noch umgespult oder schlauchgenäht werden muß.
Solche arbeitsaufwendigen Prozesse können den nachfolgenden Färbeprozeß
ernstlich in Terminschwierigkeiten bringen, wenn sich noch zu viele
Partien in der Vorbereitung befinden. Es empfiehlt sich daher eine dispositorische
Terminplanung der Warenvorbereitung anhand von Vorgabezeiten, welche
in Kommunikation mit der Auftragsdisposition steht. Da sich im Normalfall
hauptrangig die Warenvorbereitung nach der Auftragsdisposition richtet,
muß an dieser Stelle ein Planungsterminal eingerichtet werden.
Bei der Vorbereitung können auch Fehler in der Rohware registriert
werden. Diese werden vor Ort über ein BDE-Gerät erfaßt.
3.2.6. Produktionsplanung
Praktisch können nur vorbereiteten Partien bearbeitet. Der Leitstand
hat nur Zugriff auf diese Partien, kann sich aber auch über nachfolgende
Partien informieren. Die Auswahl der Apparate oder Maschinen erfolgt
meist nach Termin, Partiegröße und Farbtiefe, welche vom
System zur Disposition vorgeschlagen werden. Der Disponent kann jedoch
jederzeit die Partien auf andere Maschinennummern umdisponieren wenn
nicht vorhersehbare Ereignisse die Planung umgeworfen haben. Der manuelle
Eingriff erfolgt direkt im Dialog am Videoterminal, jedoch haben auch
Planungslisten, welche gelegentlich ausgedruckt werden müssen,
noch ihre Berechtigung.
3.2.7. Rezepte
In der Chemischen Industrie bedeuten Rezepte etwas anderes als Rezepte
im Maschinenbau. Im Prinzip ist es aber derselbe Vorgang, nämlich
das Assemblieren von maschinenspezifichen Abfolgen, welche in einer
Datenbank gespeichert sind. Die Auswahl eines Rezeptes erfolgt automatisch
anhand der gewählten Maschine und der Auftragsdaten. Der Rechner
generiert aus diesen Informationsquellen ein entsprechendes auftragsbezogenes
Rezept, welches in die Steuerung geladen werden kann.
3.2.8. Rezeptverwiegung
Das oben erzeugte Rezept ist auch an der Magazinwaagenstation verfügbar
und wird zeilenweise entsprechend dem Rezept verwogen. Im Prinzip wird
kein Papier mehr benötigt, da das Rezept am Bildschirm der Waagensteuerung
erscheint. Eine Überprüfung der Farbstoffe ist möglich,
wenn das Terminal mit einem Barcodelesestift ausgestattet ist und jedes
Gebinde mit einem Barcode versehen ist. In Färbereien, welche nur
mit einer begrenzten Anzahl von Farbstoffen arbeiten, läßt
sich die Bereitstellung der Farbstoffe mittels eines Paternosters automatisieren.
3.2.9. Chemikaliendosierung
Die wichtigsten Chemikalien wie Säuren und Laugen, Salz, werden
heute üblicherweise im Tank bzw. Silo gelagert. Somit läßt
sich die Entnahme mittels Dosierpumpen bzw. Schneckenfördereinrichtungen
für Feststoffe automatisieren. Zur Ansteuerung werden häufig
SPS-Systeme einsetzt, welche über eine serielle Schnittstelle verfügen
müssen mit der die Farbküchensteuerung kommuniziert. In neuerer
Zeit kommen vorallem Dosierkabinen zum Einsatz. Der Vorteil dieser Anlagen
ist der kompakte Aufbau und der Preisvorteil gegenüber einer konventionell
aufgebauten Farbküche. Die Dosiersteuerung kontrolliert auch die
Belegung der Ringleitungen. Dies ist meist eine sehr anspruchsvolle
Aufgabe.
3.2.10. Prozeßablaufsteuerung
Die mikroprozessorgesteuerte Ablaufsteuerung ist heute in der Färberei
allgemein üblich, jedoch gibt es graduell große Unterschiede
für die Verwendbarkeit als CIM-Baustein. Zunächst gilt eine
Datenschnittstelle als Mindestanforderung zur automatischen Programmierung
und Abfrage der Prozeßdaten. Die automatische Prozeßführung
einer Färbemaschine ist jedoch nicht allein ausschlaggebend. Der
eigentliche Unterschied liegt darin, ob fest gespeicherte Programme
oder variabel gestaltete Färberezepte verarbeitet und ausgewertet
werden können. Nur die detaillierte Auswertung wiederholter Färbeabläufe
erlaubt die effiziente und trotzdem sichere Prozeßoptimierung.
Die so gewonnenen Daten können selektiv oder kumuliert am Bildschirm
oder als Druckliste ausgewertet werden. Die ermittelten Prozeßkosten
fließen automatisch in die Nachkalkulation.
3.2.11. Farbmetrik
Gewöhnlich sind die Grundrezepturen in der Datenbank gespeichert.
Die Auswahl eines Rezeptes erfolgt automatisch anhand der gewählten
Maschine und dem gespeicherten Kundenrezept. Wird jedoch keine geeigente
Rezeptur gefunden, so muß diese neue erstellt werden. Mit Hilfe
der Farbmetrik können neue Grundrezepturen berechnet werden. Das
Expertensystem optimiert dann diese zur Praxisrezeptur.
3.2.12. Verfahrensoptimierung
Die Auswertung der abgelaufenen Prozesse erlaubt Rückschlüsse
auf die Prozeßsicherheit bzw. auf die Aufteilung der Kosten. Diese
Informationen bleiben im System gespeichert und können bei Bedarf
ausgewertet werden. Das Feedback der Ablaufinformationen in die Stammrezepturen
ist eine wesentliche Neuerung, welche bisher nur unter TVIPS zur Verfügung
steht. Im Laufe der Zeit entsteht eine Historie der Prozeßabläufe,
welche nicht nur zur Optimierung der Verfahren und Rezepturen herangezogen
werden kann, sondern auch Schwachstellen in den Abläufen aufdecken
hilft.
3.2.13. Trocknersteuerung
Trocknersteuerungen sind meist umgebaute Färbereisteuerungen. In
der Regel können sie deshalb wie die Färbemaschinensteuerungen
angesteuert werden. Dispositorisch ist allerdings zu beachten, daß
die Programmfreigabe erst nach der Fertigmeldung der Färbereisteuerung
erfolgen kann. Die Prozeßzeiten werden in ähnlicher Weise
festgehalten und ausgewertet.
3.2.14. Warentransportsteuerung
Die Integration einer Warentransportsteuerung in ein CIM System wird
vielfach aus der Idee geboren, den Transport der Güter und die
Verfügbarkeit derselben zum Arbeitsbereich zu koppeln. Warentransportsysteme
gibt es in großer Zahl und sind zudem sehr unterschiedlich realisiert.
Die Systeme werden meist von mehreren SPS gesteuert, wobei die Synchronisation
von einem zentralen Rechner erfolgen muß, welcher die Gesamtsituation
kennt. Besondere Bedeutung haben dabei die Statuswerte und die Belegtzeiten
der Warenbuffer. Unter TVIPS Textil Profil steht ein ausgeklügeltes
Logistikprogramm zur Verfügung.
3.2.15. Verpackungseinheiten
Automatische Packstraßen für Spulen, Paletten und Stoffrollen
haben bereits eine weite Verbreitung im textilen Fertigungsbereich.
Die Einbindung dieser Systeme in CIM ermöglicht die automatische
Registrierung von Anzahl und Gewicht bei der Verpackung. Die Etiketten
bzw. Packzettel befinden sich in der Regel innerhalb der Verpackung
und sind deshalb nachträglich nicht mehr manipulierbar und können
auch nicht verloren gehen. Die Datenschnittstelle ist meist in Form
einer Waage und eines Etikettendruckers realisiert. Es gibt auch Einrichtungen
für die kapazitiver Feuchtemessung.
3.2.16. Versand
Die fertige Ware muß letztlich zum Versand gebracht werden. Das
Erstellen von Versandpapieren inkl. Ladelisten in der Regel gelöst.
Schwieriger wird es, wenn es darum geht einen Tourenplan zu erstellen,
welcher die Anfahrtswege kurz hält aber trotzdem die zugesagten
Liefertermine einzuhalten vermag. Wird die Ware über Speditionen
versandt ist es heute schon vielfach üblich, daß die Versandpapiere
über Datenträger ausgetauscht werden.
4. Der Nutzen
Obwohl sich zu planende
Rationalisierungsmaßnahmen unter dem CIM-Gedanken nur schwer mittels
einer Renditeberechnung bewerten lassen, machen sich die höheren
Investitionskosten schon nach wenigen Jahren dadurch bezahlt, daß
unbestechliche Zahlen aus allen Betriebsteilen und über alle Fertigungsstufen
verfügbar sind, welche dem Management als Basis für die Entscheidungen
dienen. Auf jeden Fall ist es ratsam, wenn sich das Management zu Beginn
der Planungsmaßnahmen einen Katalog der zu erreichenden Ziele
erstellt. Hierzu können die einschlägigen Managementmethoden
(MBR, MBO, ect) gute Dienste leisten. Gerade unter dem verschärften
Wettbewerb braucht man neue Organisationsmittel. Nur wer sich technologisch
und methodisch up-to-date hält, kann langfristig erfolgreich sein.